Ferienzeit = Food Waste Zeit?

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Endlich! Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Vorfreude auf die anstehende Reise wächst. Der Nachbar zum Pflanzen giessen ist organisiert, alle unnötigen Geräte ausgesteckt, die Wohnung für die heimelige Rückkehr schon ordentlich geputzt. Dann kann’s ja losgehen! Oder nicht? Vielleicht noch kurz einen Blick in den Kühlschrank...hm.

Die restlichen Salate, die offene Ananas-Dose und die angeschnittene Gurke vom Gartenfest gestern. Phu. Tja, das muss dann halt weg – ist ja nicht so schlimm – das eine Mal. Und der Abfallsack muss sowieso noch raus...

Kommt Ihnen diese Szene vielleicht auch bekannt vor?

Jährlich geht in der Schweiz ein Drittel aller Lebensmittel, die für den menschlichen Konsum angebaut werden, auf dem Weg vom Feld zum Teller verloren. Dies entspricht einer Lastwagenkolonne aus 140'000 Lastwagen, die aneinandergereiht von Zürich nach Madrid reichen würde.

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Besonders erschreckend ist dabei, dass 63 % der gesamten Produktion des Frischgemüses verloren geht. In den privaten Haushalten landen pro Tag und Person im Durchschnitt rund 300 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall – so sind die Haushalte für rund 45 % des entstandenen Food Wastes verantwortlich, während sie nur knapp 7 % ihres Einkommens für Lebensmitteleinkäufe ausgeben. Als Vergleich: In Kamerun – woher vielleicht auch Ihre Ananas stammt – gibt eine durchschnittliche Person rund 45 % ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Lebensmittel sind teuer und die Sorgfalt Zuhause umso grösser: Die Haushalte sind nur für 5% des Food Wastes verantwortlich. In der Schweiz ist der verhältnismässig günstige Preis für Lebensmittel aber nur ein Grund, warum in den Haushalten so viel weggeworfen wird.

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Andere Gründe, die in einer Studie angegeben wurden, sind «zu viel eingekauft oder gekocht» und schliesslich «nicht in der richtigen Zeit verwertet». Klassiker an Lebensmitteln, die Zuhause im Müll landen, sind Frischgemüse, Koch- und Tellerreste, Brot und Milchprodukte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (übrigens kein Ablaufdatum) überschritten ist.

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Daher lohnt es sich gerade auch vor den Ferien, die Vorrat-Vertilgungsphase früh einzuleiten, den Kühlschrank schon eine Woche vor Abreise unter die Lupe zu nehmen und möglichst keine Frischprodukte mehr dazuzukaufen: Lebensmittel, welche sofort genutzt werden müssen, lassen sich rasch in ein leckeres Reste-Menü verwandeln. Bei einer «Tour de Frigo» verwandeln Sie diese in ein leckeres Festessen. Inspiration für tolle Reste-Rezepte finden Sie übrigens hier.

Lebensmittel, die noch länger haltbar sind, können Sie vor der Ferienzeit an Nachbarn, Freunde, Familie oder Bürokollegen verteilen. Falls gar keine Möglichkeit besteht, das Produkt sofort zu konsumieren oder jemanden damit zu beschenken, kann es auch eingefroren werden. Tipps und Tricks zur optimalen Lagerung diverser Produkte, damit diese möglichst lange haltbar bleiben, gibt es unter: http://foodwaste.ch/tipps-und-tricks/.

Nun wünschen wir Ihnen schöne Ferien mit vielen kulinarischen Neuentdeckungen!