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Chronologie der Bananenfrauen und der gebana

 

Januar 1973: „Bananera Libertad“


Film "Bananera Libertad"

Man könnte an vielen Punkten ansetzen; ausschlaggebend war aber sicher der Film von Peter von Gunten „Bananera Libertad“, welcher die Gegensätze zwischen den harten Bedingungen in den Bananenplantagen und den billigen Bananen, die in Europa verkauft wurden und werden, aufzeigt. Im Rahmen eines Frauen- Diskussionsabends schaute sich eine Gruppe von Frauen in Frauenfeld diesen Film im Januar 1973 an. Einige unter ihnen waren danach so erschüttert, dass sie die Entscheidung fassten, etwas gegen diese ungerechten Umstände zu unternehmen.

Februar 1973: Brief an die Migros

 

Wie es der Zufall wollte, proklamierte die Migros im Februar 1973 das sogenannte Bananenwunder: „Dank“ der Dollarabwertung kosteten die Bananen pro Kilo nur noch Fr. 1.35 statt 1.50. Dies inspirierte die aufgerüttelten Frauen zu konkretem Handeln. In einem ersten Schritt wurde ein Brief an die Migros verfasst: Anstatt die Bananen um 15 Rappen billiger zu verkaufen, könnten diese in Entwicklungsprojekte in Zentralamerika investiert werden.

Doch die Migros war nicht empfänglich für solche Ideen, weder bei diesem ersten Versuch, noch bei verschiedenen weiteren Anläufen, welche die Frauen in den folgenden Jahren unternahmen. Auf die Ablehnung der Migros reagierten die Frauen mit einer witzigen Aktion: Mit der breitgestreuten Aufforderung, die 15 Rappen der Migros zurückzusenden. So wurde die Migros mit vielen Einzahlungen von 15, 30 oder 45 Rappen belästigt, begleitet vom Vermerk „Bananengeld, es gehört nicht uns, wir wollen es nicht“.

Oktober 1973: Bananen-Aktionstag


Bananenaktionstag

Im Oktober 1973 führten die sogenannten Bananenfrauen eine Aktion durch, die der Beginn eines jahrelangen Einsatzes für mehr Gerechtigkeit im Bananenhandel werden sollte. Ausgerüstet mit einer eigens verfassten Bananenzeitschrift und Leiterwagen gefüllt mit Bananen zogen sie durch die Strassen von Frauenfeld und regten die Passanten mit folgender Einstiegsfrage zu Gesprächen und Gedanken an: „Haben Sie auch schon darüber nachgedacht, warum Bananen so billig sind?”

Mit der Zeit kristallisierte sich eine Gruppe von sieben Frauen heraus, die den Kern der Bananenarbeit bildeten und regelmässige Sitzungen durchführten. Sie gaben sich den Namen „Schweizerische Bananen- Aktion”. Das Ziel dabei war die Bewusstseins-Bildung der KonsumentInnen. 1976 erhielten die Bananenfrauen für ihre Arbeit den Schalompreis des Christlichen Friedensdienstes.

1974: Erste Solidaritätsbananen

 

1974 verkaufte in St.Gallen der erste Detailhändler Bananen mit einem Solidaritätsaufpreis von 15 Rappen. In der Folge wurden von 1974 bis 1985 in ca. 100 Lebensmittelgeschäften in der Schweiz Chiquita- oder Dole-Bananen mit diesem Solidaritätsbeitrag verkauft. Dabei kam eine Summe von 117′350 Fr. zusammen.

Ab 1976: Informations-Reisen


Ursula Brunner auf Reisen

Um eine wirklich glaubwürdige und fundierte Informationsarbeit leisten zu können, unternahm Ursula Brunner 1976 die erste Reise nach Zentralamerika. Im Laufe der Jahre folgten unzählige weitere Reisen. Dabei verfolgte Ursula Brunner den ganzen Weg der Bananenproduktion und des -handels und traf sich und diskutierte mit unzähligen Personen der Bananenbranche. So wurde sie je länger je mehr zur “Bananenspezialistin”. Dabei war es ihr wichtig, die Situation der ArbeiterInnen in den Plantagen kennen zu lernen, aber auch mit den Produzenten und Importeuren in gutem Kontakt zu stehen.

1986: Einführung der Nica-Bananen


Plakat für Nica-Bananen

Nebst der Informationsarbeit in der Schweiz sollten auch praktische Schritte hin zu einer “fairen” Banane folgen. Dies beinhaltete die Suche nach unabhängigen Produzenten. Denn der ganze Bananenmarkt wurde von den drei nordamerikanischen Firmen Chiquita Co., Standard Fruit Co. und Del Monte beherrscht.

Die ersten unabhängig produzierten Bananen, die im Rahmen der Bananenarbeit verkauft werden konnten waren die sogenannten Nica- Bananen. Da die USA 1985 das Handelsembargo gegen Nicaragua verhängte, brauchte dieses Land dringend einen alternativen Absatzmarkt. Die Einführung der Nica-Bananen fand durch eine Verkaufsaktion statt, die in Zusammenarbeit der Bananenfrauen mit OS3, der Organisation Schweiz-Dritte Welt organisiert wurde. OS3 war an dieser Zusammenarbeit interessiert, da die Dritte-Welt-Läden Nica-Bananen mit einem Solidaritätsaufpreis verkaufen wollten. Im Anschluss wurden die Nica-Bananen in Dritte-Welt-Läden und Reformhäusern mit einem Solidaritätsaufpreis von 10 Rappen verkauft Der Erlös aus dem 10- Rappen-Aufpreis wurde zur Hälfte für die Informationsarbeit der Bananenfrauen verwendet, zur andern Hälfte für einen Solidaritätsfonds.

1987: Zusammenarbeit mit Oxfam


Ambulanzfahrzeug
Mit Hilfe des Solidaritätsfonds finanziert.

Auch in Deutschland wurden Nica-Bananen mit dem Solidaritätsaufpreis verkauft - dies in guter Zusammenarbeit mit der Schweiz und mit einem gemeinsamen Solidaritätsfonds. Die Projekte, die mit letzterem realisiert werden konnten, wurden in Zusammenarbeit mit Oxfam Belgien durchgeführt. Es handelte sich dabei unter anderem um das Einrichten von Gesundheitszentren und Kindertagesstätten für die PlantagenarbeiterInnen.

Auf Wunsch der Gewerkschaft wurde 1990 auch der Sesamanbau unterstützt. Zur Erntezeit war jedoch der Sesampreis zusammengebrochen. So kaufte Oxfam die ganze Sesamernte zu einem kostendeckenden Preis und stellte daraus Sesamriegel her. Die Barrita- Riegel, die Sie auch heute noch bei der gebana kaufen können, waren entstanden.

1988: Verein gebana


Die Bananenbrücke - Ursprung des Logos

Um der Bananenbewegung mehr Gewicht zu verleihen, wurde 1988 der Verein gebana - Arbeitsgemeinschaft gerechter Bananenhandel - gegründet. Die gebana feiert 2008 also ein doppeltes Jubiläum: 10 Jahre gebana ag und 20 Jahre Vereinsgründung gebana.

Von Ruedi Looser, Grafiker aus Basel, erhielt die gebana ein bedeutungsvolles Geschenk: ein Poster, welches eine Bananenbrücke von der EU nach Zentralamerika darstellt, auf welcher sich Menschen entgegengehen. Die Brücke vom Bauern zu Ihnen ist auch heute noch das Logo der gebana.

1992: Gründung Max Havelaar

 

Die grossen Schweizer Hilfswerke gründen die Stiftung Max Havelaar. Der „gerechte Handel” erhält allgemeine Bekanntheit und Akzeptanz. Leider wurden die Bananenfrauen bei dieser Gründung in keiner Weise miteinbezogen.

1993: Pablitos-Bananen


Pablitos-Bananen

Die Nica-Bananen waren schon von Anfang an mit Problemen behaftet - schlechte Qualität, unregelmässige Lieferungen, etc.. Schliesslich läutete der Machtwechsel in Nicaragua 1990 das Ende der unabhängigen Bananenproduktion ein. Die neue Hoffnung unabhängiger Produzenten fand sich in Costa Rica: Ab 1993 hiessen die Solidaritätsbananen mit einem Aufpreis von 15 Rappen Pablitos.

1994: (Er-)Volg

 

Ab 1994 verkauften auch die Volg-Läden die Pablito- Bananen mit dem Solidaritätsbeitrag.

1997: Max Havelaar-Bananen

 

1997 wurden Max Havelaar-zertifizierte Bananen aus Ecuador auf den Markt gebracht. Die Pablitos waren jedoch ein Sorgenkind geblieben und konnten letztlich nicht mehr unabhängig produziert werden. So legten die Bananenfrauen ihre jahrelange Bananen- Arbeit nieder.

1998: Gründung der gebana AG

Und doch ging es weiter, anfänglich nur in den Köpfen, doch im August 1998 wurde der Aufbruch zu neuen Ufern gewagt: Mit einem Aktienkapital von Fr. 150′000.- fand in Frauenfeld die Gründung der gebana ag statt. So wurde ein Instrument geschaffen, um den fairen Handel von der Produktion über die Vermarktung bis zu den KonsumentInnen vorwärts bringen zu können.

 
Nelson Felicio, Capanema, produtor da gebana Brasil
Area cultivada: 7,2 ha
Família: 2 pessoas
Nelson Felicio

"Planto orgânicos para produzir alimentos mais saudáveis "
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Gregor Kälin, Zug
ist überzeugter Kunde der gebana.
"Fair Trade verhilft Bauernfamilien zu einen Auskommen und verhindert damit die Landflucht. Wir dürfen dafür ein Produkt geniessen, das mit Sorgfalt und Liebe hergestellt wurde."

 

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